WUT-Richtertagung 2015

Anfang Juni 2015 trafen sich zum zweiten Mal Ausstellungsrichter aus verschiedenen WUT-Ländern, um über relevante Themen aus den Bereichen Beurteilung von Teckeln, Standards, Bewegungsabläufe, Farben der Teckel u. A. zu referieren und zu diskutieren. Austragungsort der Tagung war dieses Mal die Goldene Stadt Osteuropas, Prag, die sicherlich für den einen oder anderen Teilnehmer unvergessen bleibt.

Der erste Tag des eineinhalbtägigen Programms diente dem theoretischen Teil, am nächsten Vormittag wurden dann praktische Bewertungsarbeiten an verschiedenen Teckelrassen durchgeführt und im Detail diskutiert.

Die Begrüssung erfolgte durch Jaroslav Svec, Vizepräsident des Tschechischen Dachshundeklubs. Da der Präsident der WUT, Stefanus Middendorf, und der Geschäftsführer, Jan Schürings verhindert war, übernahm ich in der Verantwortung als Obmann für das Zuchtrichterwesen im DTK deren Vertretung. Die ersten beiden Vorträge befassten sich mit dem Kommentar zum Standard. Ich erläuterte den Kopf im Standard der verschiedenen Teckelrassen, Štefan Štefik aus Bulgarien erklärte das Skelett und die Muskulatur im Stand und in der Bewegung. In beiden Vorträgen wurde auf gewünschte und unerwünschte Eigenschaften eingegangen.

Michaela Přibáňová aus Tschechien befasste sich mit den genetischen Aspekten der Farbvererbung. Perttu Stahlberg aus Finnland stellte die Teckel aus Skandinavien vor. Besonderes Interesse weckten seine Darstellungen zur Erfassung von Richterberichten bei Austellungen. Demnach werden in Nordeuropa die Berichte online erfasst und zeitnah frei zugänglich für Jedermann veröffentlicht. Über entsprechende Funktionen im Erfassungsprogramm können detaillierte Recherchen durchgeführt und als Informationsquelle für Züchter genutzt werden.

Barbara Herczeg aus Österreich erläuterte, was beim Richten von Welpen und Jüngsten zu beachten ist. Im weiteren Tagesordnungspunkt „Vorschläge zu Änderungen des Standards 148“ wurde kontrovers diskutiert und so zum Beispiel die von der Delegiertenversammlung des DTK genehmigten Änderungen thematisiert. Dabei kam klar zum Ausdruck, dass einige Mitgliedsländer nicht mit der Vorgehensweise einverstanden sind und zukünftig einbezogen werden möchten. Unabhängig davon werden die genehmigten Änderungen in die FCI-Standardkommission eingebracht und müssen dort genehmigt werden.Die praktischen Arbeiten der anwesenden Richter am zweiten Tag waren sehr aufschlussreich, da die einzelnen Bewertungen der vorgestellten Hunde im Anschluss im Plenum diskutiert wurden.

Neben der Möglichkeit, sich mit seinen internationalen Richterkolleg(inn)en auszutauschen und deren Blickwinkel auf diverse Themen kennenzulernen, war diese Tagung sehr wichtig und interessant. Denn es kam z.B. klar zum Ausdruck, dass zwar schon einiges erreicht wurde, aber noch ungelöste Aufgaben und Herausforderungen vor uns liegen, um die WUT und ihre Bestimmungen als eine Einheit der Mitgliedsländer und Vereine erkennen zu können. Als einer der kritischen Themen sei hier nur auf die zum Teil sehr unterschiedlichen Zucht- und Eintragungsbestimmungen der Mitgliedsländer hingewiesen.

Wie im Weltfußballverband sollte es doch möglich sein, dass in der WUT gleiche Regeln für alle Mitglieder gelten. Es gibt noch einiges zu tun, damit dieses Ziel erreicht werden kann.

In diesem Sinne Grüße ich Sie herzlich
Ihr Dr. Michael Harms
DTK Obmann für das Zuchtrichterwesen

WUT-Richtertagung 2012

Vortrag Frau Kleister - Wiegen und Messen

Vortrag Frau Wein-Gysae - Standard 148

Vortrag Herr Komorowski - Der Typ des Teckels

Vortrag Herr Kliebenstein